10 wertvolle Informationen rund um die Geburt

10 wertvolle Informationen rund um die Geburt

Was ich Dir mitgeben kann…

Natürlich gibt es nicht viel, was ich anderen (werdenden) Müttern für die Geburt mitgeben kann, gebären muss schließlich jede selbst, jedoch möchte ich heute mein Wissen mit Euch teilen. Ich habe selber drei Kinder geboren, meine erste Tochter in einer anthroposophischen Geburtsklinik und meinen Sohn zwar ungeplant (und doch gewünscht) zu Hause ohne fachkundliche Betreuung. Meine kleinste Tochter war dann eine geplante Alleingeburt in Beckenendlage. Ich habe viel über Geburt recherchiert und gelesen und das in meinen Augen Wertvollste habe ich hier für Dich zusammengetragen:

10 wertvolle Informationen zur Geburt

  1. Perfektion: wir sind dafür geschaffen zu Gebären. Die Geburt ist ein auf Erfolg getrimmter Vorgang. 87% aller Geburten verlaufen komplikationsfrei!
    1. Die Hormone: der Mensch verfügt über ein ausgeklügeltes Hormonsystem, welches zu jeder Phase der Geburt den Prozess unterstützt. Der Körper gebärt intuitiv, seit Jahrtausenden von Jahren.
    2. Die Vagina: kann sich enorm dehnen. Wenn Du Dir dessen schon vor der Geburt bewusst bist und Dir das „Ich bin weit, unendlich weit“- Mantra auch während der Geburt immer wieder vorsagst, hilfst Du Deinem Körper auch mental. Dehne Deinen Damm durch Dammmassage mit etwas Dammmassageöl oder Mandelöl im Vorfeld der Geburt.
    3. Der Beckenboden: entspanne Deine Beckenbodenmuskulatur ganz bewusst. Stelle Dir vor, Deine Vagina wäre eine Pforte und Du machst die Pfortentür auf und noch ein Stückchen weiter und weiter. Das kannst Du bereits in der Schwangerschaft immer wieder ganz bewusst üben. Während der Geburt kannst Du Deinen Muttermund entspannen indem Du schnaubst wie ein Pferd. Das ist das Gesetz des Schließmuskels: so oben wie unten. Daher ist es gut, wenn Du Deine gesamte Kiefermuskulatur ein paar Wochen vor der Geburt bewusst zu entspannen lernst. Massiere Deine Kiefermuskeln Stück für Stück durch. Lass Dein Kinn einfach nach unten hängen. Dein Mund wird sich dabei öffnen, lass Deinen Kiefer noch ein Stück sinken und noch ein Stück, bis Deine Muskeln ganz entspannt sind. Entspanne Deinen Kiefer unter Geburt immer wieder.
  2. Die Geburtsposition: Auf altertümlichen Abbildungen sieht man aufrechtgebärende Frauen. Oft halten sich die Frauen an einem Ast oder anderen Geburtsbegleitern fest oder sie knien oder hocken am Boden. Das Gebären im Liegen ist nicht die schlechteste Gebärposition: Gebären im Handstand ist noch ungünstiger! Je aufgerichteter Dein Körper ist, desto besser unterstützt Du die natürliche Geburtsbewegung. Frauen, welche unter der Geburt laufen, haben häufig einen zügigen Geburtsverlauf.
  3. Das Atmen: Die Atmung unter Geburt ist sehr intuitiv, vertraue Deinem inneren Rhythmus. Hingegen der in Geburtsvorbereitungskursen gepriesenen Atemtechniken kannst Du auf Deinen Körper vertrauen. Wenn Die Presswehen einsetzten, gib Dich ihnen hin. Sie obligen unwillkürlich arbeitenden Muskeln und setzen genaue dann ein, wenn der Geburtsprozess an der richtigen Stelle ist. Das Unterdrücken von Presswehen kostet unnötig viel Kraft, welche Dir dann an anderer Stelle womöglich fehlt. Umgedreht kann das bewusste, von außen induzierte Pressen, ebenso kontraproduktiv sein, Äderchen im Auge können platzen, Hämatome können entstehen oder der Geburtsprozess kann ins Stocken kommen, weil Dein kleines Kind womöglich noch gar nicht soweit ist und Du unter Umständen denkst, Du presst nicht gut genug oder dergleichen…Wenn Du unter der Geburt tönen möchtest, haben sich tiefe Töne als geburtsfördernd bewährt. Es gibt aber auch Frauen, welche nach der Hypnobirthingtechnik (nach Mongan) gebären, welche ganz ruhig und still ihr Kind empfangen.
  4. Die Geburt einleiten: Zum errechneten Geburtstermin kommen nur 4% der Kinder. Es ist normal, wenn ein Kind drei Wochen vor und zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin kommt. Beachte auch, ob der Termin vom Tag der Befruchtung aus errechnet wurde. Denn meistens wird der vermutete Eisprung vom Beginn der letzten Periode als Ausgangspunkt genommen. Insofern kann der „eigentliche“ Geburtstermin ohne weiteres ein paar Tage früher oder später sein. Das ist relevant, wenn Du im Krankenhaus entbinden möchtest und die 40 Schwangerschaftswoche erreicht ist. Ab dann wird meistens täglich CTG gewünscht und Du kannst leicht den Eindruck gewinnen, dass Dein Kind „spät dran“ ist. Lass Dich nicht aus der Ruhe bringen. Auch wenn Dein Kind erst zwei Wochen nach dem errechneten Termin kommt, ist das noch normal. Ab der 38. Schwangerschaftswoche kannst versuchen Dein Kind zur Geburt einladen, indem Du lange Spaziergänge machst, Deine Brustwarzen stimulierst oder mit Deinem Partner schläfst. Wichtig ist hierbei, dass sein Ejakulat auf den Muttermund trifft, denn die darin enthaltenen Prostaglandine machen ihn weich und geschmeidig für die Öffnung.
  5. Der Geburtsstillstand: Kommt die Geburt ins Stocken, kannst Du davon ausgehen, dass ein evolutionsbiologisch sinnvoller Prozess einsetzt. Bei ungünstigen Bedingungen oder drohender Gefahr setzt der Körper intuitiv mit der Geburt aus. Wenn beispielsweise ein gefährliches Raubtier in die Nähe der Gebärenden kam, so war es von arterhaltendem Vorteil, entweder schnellstens das Kind zu gebären, um mit ihm davon zu rennen. Oder es war von Nöten, den Geburtsprozess pausieren zu lassen, um sich zu verteidigen oder die Flucht zu ergreifen. Heutzutage drohen kaum solche Gefahren, doch was kann unterbewusst Angst bei der Gebärenden auslösen? Das Erscheinen von nicht vertrauten Personen im intimen Geburtsmoment. Häufige Untersuchungen (Pulskontrolle, Stand Muttermundöffnung, CTG, …) oder Gespräche, selbst das Mithören von Unterhaltungen kann bedrohlich wirken. Wenn sich Fachpersonal über das Fortschreiten des Geburtsvorganges unterhält und über Deinen Kopf über geeignete „unterstützende“ Maßnahmen unterhält, kann das von Deinem Stammhirn als Bedrohlich empfunden werden, auch wenn der Geburtsbegleiter keinerlei Merkmale eines Raubtieres aufweist. Es kann sogar hinderlich sein, wenn eine Dir vertraute Person verkrampft oder angstbesetzt ist. Daher versuche Dir vertrauensvolle Menschen an Deine Seite zu holen und Dich bewusst zu entspannen. Versuche im Vorfeld mögliche Störfaktoren weitestgehend zu vorzubeugen. Küssen kann den Geburtsprozess weiter vorantreiben. Auch das Stimulieren der Brustwarzen kann einen positiven Effekt haben, dabei werden geburtsfördernde Östrogene freigesetzt. Du kannst das selbst machen oder bitte Deinen Partner darum. Ebenso kann Akupressur (nach Debra Betts) die Geburt sinnvoll unterstützen. Wenn Du gute Erfahrung mit Schüsslersalzen, Akupunktur oder Homöopathie, Heilsteinen gemacht hast, kannst Du Dich auch über diese Unterstützungssysteme informieren.
  6. Das Abnabeln: Für das Abnabeln solltet ihr Euch Zeit lassen. Auf jeden Fall bis zum Auspulsieren der Nabelschnur. Du kannst Dir auch überlegen eine Lotusgeburt zu machen, dabei wird die Plazenta einfach am Kind gelassen und nicht abgenabelt. Nach ein paar Stunden kann die abgetropfte Nachgeburt durch Einsalzen konserviert werden. Die Plazenta, das sogenannte erste Organ des Kindes fällt durchschnittlich nach 2 bis 10 Tagen ganz von allein ab.
  7. Die Nachgeburt kann auch länger als die in der Klinik dafür vorgesehenen 15 Minuten dauern! Solange du nicht besorgniserregend viel Blut verlierst, kannst Du mit der Nachgeburt auch warten. Am besten kommt sie in einer aufrechten Geburtsposition. Bei manchen Frauen kommt die Plazenta auch erst nach.
  8. Bonding: die erste Stunde nach der Geburt ist wesentlich für das Bonding, das heißt die Bindung zwischen Dir und Deinem Kind. Bitte anwesende Personen Euch die erste Stunde allein zu lassen. So kann die junge Familie zusammenwachsen. Alle nebensächlichen Dinge wie Wiegen, Messen, Waschen, Wickeln, Anziehen und Untersuchungen (falls nicht notwendig), können auch noch nach einer Stunde gemacht werden. Apropos Anziehen: Dein Kind kommt vom Fruchtwasser ins Trockene. Am Wohlsten fühlt es sich jetzt, wenn es nackt auf Deiner nackten Haut sein kann und keine trennenden Stoffe zwischen den Beinen spürt.
  9. Das Stillen: fördert die Nachgeburt und das Zusammenziehen der Gebärmutter. Wenn Du Dir Dein Kind auf den Bauch legst, findet es von allein den Weg zu Brust! Deine Milchmenge passt sich genau dem Bedarf des Kindes an. Wenn Du den Eindruck hast, die Milch recht nicht aus, biete Deinem Baby die Brust häufiger an, so hast Du in eins zwei Tagen schon mehr Milch zur Verfügung. Deine Milch ist das Beste, was Du Deinem Baby bieten kannst! Beim Stillen dringt der Speichel Deines Kindes in die Brust ein und Dein Körper bildet die optimale Milch für Dein Kind. Wenn Dein Kind mit ein paar Monaten allmählich nach der Nahrung greift kannst Du es probieren lassen, so wählt es sich seine ideale Beikost selbst aus (baby-led-weaning). Nachts schläft Dein Kind am sichersten bei Dir und Du kannst leichter Stillen, Dein Kind zum Pullern abhalten und wieder einschlafen.
  10. Windelfrei: kleine Kinder können ihre Ausscheidungen von der Geburt an anmelden. Durch Mimik, Töne, Bewegung, oder den Muskeltonus kannst Du es dann über einem Gefäß abhalten. Lass Dein Kind dazu einfach die ersten Wochen neben Dir liegen und beobachte dieses Wunderwerk der Natur!

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen viel Kraft und Vertrauen für diesen bedeutenden Moment!

Wenn Du mehr über die Geburt, Stillen und Windelfrei lesen willst: ich habe wahre Kraftbücher, welche ich Dir empfehlen kann:
Die selbstbestimmte Geburt (Gaskin)

Geburt und Stillen (Odent)

Hypnobirthing (Mongan)

Alleingeburt von Sarah Schmidt