7 Tipps Leben mit Kindern mit wenig/ ohne Zucker

7 Tipps Leben mit Kindern mit wenig/ ohne Zucker

Gesünder ohne – Runter vom Stoff…
Körperliche und psychische Gesundheit sind meines Erachtens nicht voneinander zu trennen. Daher heute ein Thema, welches mir am Herzen liegt: Der Zuckerkonsum der Kinder.

Ein Deutscher konsumiert durchschnittlich 35 Kilo Zucker im Jahr! Das ist ein bisschen weniger als die Hälfte des Körpergewichts. Wenn Du unterwegs bist, schau Dich um: an jeder Ecke lauert die süße Versuchung. Quengelware an der Kasse, Eis am Kiosk oder ein kleines Bonbon von der Verkäuferin. „Das darf Ihr Kind doch, oder?“
Geburtstage, Ostern, Weihnachten, Feste, – ein Quell an Kuchen, Süßigkeiten und zuckerhaltigen Lebensmitteln. Tagtäglich Riegel, die den Tiger in Dir wecken und die süßeste Versuchung, seit es Schokolade gibt. „Sind wir nicht alle ein bisschen…?“
Nicht zu vergessen die versteckten Zucker in unserer Nahrung: In vermeintlich gesunden Frühstückscerealien, Wurst, Saucen und fast allen verarbeiteten Lebensmitteln versteckt sich Zucker in der ein oder anderen Form (Zucker, Fruktose, Maltose, Gestenmalzextrakt…)
Amerikanische Forscher haben bei Laborratten eindeutige Hinweise auf die schädlichen Auswirkungen von Zuckerkonsum auf das Gehirn ausmachen können. Schon ein 6 Wochen langer Konsumzeitraum führt bei den kleinen Nagern zu schlechterer Gehirnleistung. Es ist naheliegend, dass auch das menschliche Gehirn vom übermäßigen Zuckerkonsum beeinträchtigt wird. Zusätzlich stellt Zucker Energie zur Verfügung, die wir selbst und auch die Kinder heutzutage kaum brauchen. In der heutigen Gesellschaft gelten Kinder schnell als überaktiv, aufgedreht oder hibbelig. Generell ist übermäßiger Zuckerkonsum eher ungesund, er führt zu einer Übersäuerung des Körpers, die zahlreiche negative Folgeschäden nach sich ziehen kann. Neben Infektanfälligkeit, Immunschwäche auch Karies oder Diabetes.
Ich bin sonst eher eine Vertreterin der Selbstregulation und vertraue den Kindern. Sie können intuitiv den Ruhe- und Anregungsgehalt ihrer Tätigkeiten bestimmen. Ich habe beobachtet, dass sie sich intuitiv ruhige Aktivitäten wählen, wenn ihnen danach ist. Kinder können auch sehr gut für ihren Wärmehaushalt sorgen, indem sie selbstbestimmt ihre Kleidung wählen. In solchen Bereichen ist die Regulation von außen, wie sie von vielen Eltern und in den meisten Einrichtungen stattfindet überflüssig. Die Überregulierung von Erwachsenen beschneidet die Kinder nicht nur in ihrem höchsten Gut der Wahlfreiheit, sondern es raubt ihnen sogar ihr Selbstwirksamkeitserleben.
Zurück zum Zuckerkonsum: vor 200 Jahren war Zucker ein Luxusprodukt und spielte in der Ernährung keine große Rolle. Erst seit ungefähr 40 Jahren wird Zucker mehr und mehr in größeren Mengen konsumiert. Dabei haben viele Lebensmittel schon einen natürlichen Zuckergehalt. Warum aber gibt es so viele Süßmäuler? Unser Körper ist sozusagen auf süß programmiert.
Süße Früchte stellen eine schnelle Energiequelle dar. Vor allem kommt der fruchteigene Zucker aber nicht isoliert vor, sondern ist stets mit Fasern verbunden. Die Fasern sorgen für eine langsamere, regulierte Verdauung. Des Weiteren befinden sich im Obst wichtige Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Wasser. Das Obst sättigt durch diese zusätzlichen Anteile.
Auf der Zunge können wir die „Süße“ mit speziellen Rezeptoren schmecken. Im Gehirn wird ein Glücksgefühl ausgelöst, damit wir noch mehr davon essen. Denn die Kalorien sind schnell verfügbar und haben einen hohen Nährwert. Das ist ein evolutionär erklärbarer Reiz, der nicht mehr in unsere Welt passt, in der nicht nur Früchte, sondern extrahierter Zucker in jeder erdenklichen Form nahezu ständig und überall verfügbar ist. Wir sind sozusagen auf Zucker konditioniert.
Genau das ist der Grund, warum ich glaube, dass in diesem Punkt die natürliche Selbstregulationsfähigkeit der Kinder nicht mehr greift und die Erwachsenen dafür sorgen müssen, dass die Kinder in einer entsprechend gesunden Umgebung aufwachsen. Virginia Satir, die „Mutter der Familientherapie“ sprach von nährenden und zehrenden Eltern, wobei sie vor allem die Art der Zuwendung zu den Kindern meinte. Sie betonte jedoch oft den Zusammenhang zwischen körperlicher und geistiger Gesundheit. Wenn Du in Deiner Familie „runter vom Stoff“ kommen willst, kann Dir der folgende Leitfaden behilflich sein:
7 – Schritte-Plan zur Zuckerentwöhnung
1. Sensibilisiere Dein Kind für das Thema, auch ein drei jähriges Kind kann es nachvollziehen, dass Dir dieses Thema wichtig ist. Es gibt im Internet viele Reportagen für Erwachsene, die Du auch gemeinsam mit kleinen Kindern schauen kannst
2. Fasse den Beschluss, wann und wie viel Zucker Du reduzieren willst. Das hängt natürlich von der Menge ab, die bis jetzt konsumiert wurde. Ein Erfahrungswert: Habe keine zuckerhaltigen Lebensmittel im Haus und kaufe außerhalb keine ein.
3. Definiere für Euch überschaubare Ausnahmen: es gibt Kuchen und etwas Süßes zu Kindergeburtstagen und Festtagen. Bei Festen außerhalb solltest Du locker bleiben. Du kannst Deine Kinder bitten selbst darauf zu achten, ansonsten musst Du Dich im Vertrauen üben. Mit der Zeit gewöhnen sich die Kinder an den weniger süßen Geschmack und essen von sich aus nicht mehr soviel.
4. Ersetze beliebte süße Lebensmittel mit Zutaten, die von Natur aus Zucker enthalten (Datteln, Feigen) oder mit Xucker (Xylitol, Birkenzucker). So werden die Nähr- und Mineralstoffe gleich mitgeliefert. Es gibt herrliche Eiskreationen, die ohne Zucker auskommen, zum Beispiel: tiefgefrorene Früchte, eine Banane und etwas Apfel-Mango-Direktsaft-njam!
5. Sehr oft verlange Kinder nach Süßigkeiten, wenn ihr Zuckerspiegel schon sehr weit am Boden ist. Diese Tiefs kannst Du vermeiden, indem Du zwischendurch gesunde Nahrungsmittel anbietest. Am Besten rohe Varianten: Äpfel, Möhren, Salatgurke, Fenchel, Paprika, Chicoree oder auch Mungsprossen werden sehr gern gegessen. Wenn ihr unterwegs sein, habe immer eine Kleinigkeit zu essen dabei (Cashewkerne, Haselnüsse, getrocknete Früchte verderben nicht so schnell)
6. Verbalisiere das Thema Zucker auch bei Freunden Deiner Kinder. Das Verständnis ist häufig größer als man vermutet. Für Kinder ist es oft schwer, den Zuckerverzicht auch außerhalb der eigenen vier Wände durchzuhalten und zu verteidigen. Erkläre kurz, was für Euch gerade wichtig ist und dass ihr nichts esst, was zusätzlichen Zucker enthält. Wenn Du zeitgleich ein frisch gemachten Eis-Smoothie anbietest oder einen Obstteller verfliegt schnell der anfängliche Zweifel und Dein Kind kann gut hinter Deiner Entscheidung stehen.
7. Erkläre Deinem Kind die Verbindung zwischen guter Ernährung und Gesamtbefinden. Kinder sind neugierig und interessieren sich für größere Zusammenhänge. Was haben die Menschen in der Steinzeit gegessen? Wie wandert das Essen durch unseren Körper? Was wird davon verarbeitet? Schaut Euch gemeinsam Euren Tagesspeiseplan an. Entspricht er Euren Wünschen und Vorstellungen? Würdigt die Bereiche, die Ihr schon entwickelt habt und schaut auf die Bereiche, die noch Entwicklungspotential haben. Wann ist Zeit für den nächsten Schritt?

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