Der eigenen Wut liebevoll begegnen

Die eigene Wut liebevoll begrüßen

Stell Dir vor, Du hättest verschiedene Persönlichkeitsanteile. Einige davon gefallen Dir besonders gut und mit einigen hältst du lieber hinter dem Berg. Stell Dir vor, Du hättest eine innere Bühne, auf der Deine Persönlichkeitsanteile wie Schauspieler die Stücke Deines Lebens spielen. Die Darsteller, welche Du verneinst, müssen unten im Keller ihr Dasein fristen. Das geht meistens eine ganze Weile gut. Doch irgendwann kommen sie auch mal hoch und wollen auf der Bühne spielen. Dann gerät das ganze Bühnenstück außer Kontrolle. So ist das mit der Wut, sie bricht sich Bahn und tritt scheinbar plötzlich auf. In Wirklichkeit, brodelt sie schon länger unter der Oberfläche. Wenn ich einen Teil von mir ablehne, bejahe ich mich nicht voll und ganz. Ich habe dann zu wenig Lebensenergie zur Verfügung, weil die Abwehr viel Kraft kostet.

Daher ist es für das Persönlichkeitswachstum unabdingbar, sich mit all seinen Anteilen voll und ganz anzunehmen. Folgende Punkte können Dir dabei behilflich sein.

6 Schritte die eigene Wut liebevoll zu begrüßen

  1. Erlaube Dir jetzt Veränderung! „Ich erlaube mir ab jetzt, mich zu lieben. Ich nehme mich an, mit all meinen Anteilen.“ Wenn Dir das theoretisch leicht, aber praktisch schwer fällt, tu so, als ob Du Dich ganz annehmen würdest. Wie würdest Du laufen, wie würdest Du atmen, wie würdest Du in den Spiegel schauen? Wie würdest Du einem Anderen begegnen. Wie würdest Du, wenn Du Dich ganz lieben würdest, mit Deiner Wut umgehen?
  2. Begib Dich auf die Reise zu Dir selbst. Geh nach innen und begegne Deiner Wut regelmäßig. Entspanne Dich, atme tief, auch wenn jetzt keine Wut in Dir ist, setze dich, schließe Deine Augen, atme ruhig und tief. „Du Wut, Du darfst jetzt da sein, Ich lade Dich jetzt ein, ich bin bereit Dich zu fühlen.“
  3. Schau, wo sich Deine Wut versteckt hat. Welche Farbe ist dort? Hals, Bauch, Galle, Atme dort hinein, spüre dort hinein, wo sich deine Wut aufhält. „Liebe Wut, Du darfst da sein!“
  4. Vielleicht spürst Du jetzt irgendwo im Körper einen Schmerz, atme dort tief hinein. Lass den Atem durch dich durch fließen.
  5. Begrüße Deine Wut, wenn sie außerhalb Deiner initiierten Begegnungen auftaucht. Lade sie ein, an einer weißgedeckten Tafel Platz zu nehmen. „Liebe Wut, ich kenne Dich, ab jetzt bist Du herzlich eingeladen, an meiner weißgedeckten Tafel Platz zu nehmen. Kaffee oder Tee?“ Wie fühlt sich das an, mit Deiner Wut an einem Tisch zu sitzen?

Übe ein- oder zweimal die Woche Deiner Wut liebevoll zu begegnen. Wenn Du das nicht allein schaffst, suche Dir eine therapeutische Begleitung.

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