Digitales Fasten

1.Welche Erfahrungen werden beim Verzicht auf Medien in der Regel gemacht?Beim digitalen Fasten bemerken viele den suchtartigen Charakter ihres medialen Konsums und bekommen ein Gefühl der Beherrschbarkeit zurück. „Ich überlebe den Tag auch ohne Email-Scheck und ohne Nachrichten-Ticker“. Der Umgang mit den Medien wird wieder regulierter und selbstbestimmter. Viele erleben während und nach dem Fasten die digitalen Medien als Zeitfresser, auch wenn sie für manche zur Arbeit unerlässlich sind. Es gibt bewährte, alternative Formen der Informationsbeschaffung und des Informationsflusses. (Bücherei, Lexika, Telefonate, Informationen über Notizzettel, Anschreiben und Briefe)
2.Was wird durch die Einschränkung des Medienkonsums gewonnen?Der größte Gewinn ist die Zeit an sich und der bewusstere Umgang mit ihr. Je nachdem, wie stark ansonsten konsumiert wird, kann auch ein Gefühl von Stärke hinzutreten: „Ich schaffe, was ich mir vorgenommen habe“. Das Fasten stärkt somit das Selbstwertgefühl.
3.Welche Freiräume entstehen?Plötzlich ist wieder mehr bewusste Zeit für mich und andere da. Der Tag bekommt eine neue Sinnhaftigkeit und die Aufmerksamkeit wird geschult. Der Fastende besinnt sich auf andere Formen der Entspannung zurück. Es wird mehr Spazieren gegangen, gekocht und Zeit gemeinsam verbracht. Endlich gönnt man sich und seinem Körper Auszeit: es werden mehr Bücher gelesen, Fitness betrieben oder der Körper wird intensiver gepflegt. Die Sinne werden durch das Fasten geschärft und im Gehirn findet eine Art Cleaning statt. Die Phantasie wird mehr angeregt, da nicht so viel auf allen Kanälen gleichzeitig zu verarbeiten ist. Fernsehen stellt häufig eine sehr dichte und schnelle Informationsflut da, die unterbewusst verarbeitet werden muss. Alle kognitiven Prozesse können leichter von statten gehen, es ist wieder mehr Energie dafür freigeworden: mehr Konzentration steht zur Verfügung, Entscheidungen werden schneller gefällt, Arbeiten gehen leichter von der Hand und vor allem ist man aufmerksamer.
4.Kann man sich durch den Verzicht wieder leichter auf die wesentlichen Dinge im Leben konzentrieren? Ja, auf jeden Fall! Und vor allem kann wieder klarer entschieden werden: was ist wesentlich und unwesentlich? Wesentlich im Leben sind wir Menschen, mit unseren Gefühlen, Bedürfnissen und dem Zwischenmenschlichen im Kontakt zu Anderen. (Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen)
5.Suche nach der richtigen Geschwindigkeit und dem richtigen Maß im Umgang mit Internet, Smartphone und Fernsehen: Beim Fasten gilt: weniger ist mehr. Die selbstauferlegten Restriktionen sollen überschaubar und realistisch sein. Denkbar sind prozentuale Einschränkungen (20% oder 60% weniger) oder auch mediale Fastentage (einen oder mehrere Wochentage/ und oder nur am Wochenende). Wenn der Fastende bemerkt, dass er seine Ziele erreicht hat, kann er sich auch noch mehr fordern. Diese Vorgehensweise ist besser, als durch Nichterreichen eines Zieles demotiviert zu werden.

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