Systemische Führung

Systemisches Management steht für ein neues Verständnis von Führen. Durch spezifische Interventionen werden Veränderungen angeregt, welche die Selbstorganisation des Systems fördern. Diese Art der Führung entspricht den Bedürfnissen und Herausforderungen der heutigen Zeit und hilf die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu sichern.

Ein systemischer Manager hat ein gewisses Standing, ein Selbstverständnis von sich und seiner jeweiligen Rolle im System. Er kennt die systemtheoretischen Grundlagen, er nimmt die Systemstruktur wahr und versteht die Funktionsweise. Über das Wissen und Verstehen hinaus sind Kommunikations- und Problemlösefähigkeiten entscheidend. Grundlegend für eine systemische Führung ist der konstruktivistische Leitgedanke, dass es nicht die eine Wirklichkeit gibt. Jede wahrnehmende Person konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit. Eine Intervention kann somit eine bestimmte Wirkung nach sich ziehen, ebenso kann sie eine andere Reaktion zur Folge haben. Ein gezielter Eingriff im System ist quasi eine Illusion. Das systemische Denken kalkuliert diese Unbekannten mit ein. Der Umgang mit den unbekannten Größen ist entscheidend und kann trainiert werden. Man könnte sich fragen, wenn eine Instruktion einen beabsichtigten Effekt erzielt, ob dieser Effekt wegen oder trotz der Instruktion eingetreten ist. Eine Beeinflussung ist möglich, wobei das genaue Ergebnis nicht vorhersehbar ist.

Ein Systemischer Manager besitzt die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. In herausfordernden Situationen kann er sich, bildlich gesprochen, in die Lüfte schwingen und aus der Vogelflugperspektive mit seinen Adleraugen eine neue Sicht auf die komplexe Lage bekommen. Die Kunst besteht darin, das Große im Kleinen und das Kleine im Großen wahrnehmen zu können. Entscheidungen bedacht zu treffen, wobei die Unvorhersehbarkeit und Störanfälligkeit mit einkalkuliert werden.

Systemisches Führen bedeutet Augenebene einzunehmen und dabei sein Standing zu behalten. Soziale Systeme werden nicht unmittelbar konstruiert, sondern sie entstehen und leben durch Handlungsmaxime, Verhaltensweisen und Kommunikation. Der Manager hält das Gefäß, er trägt die Verantwortung für die Vermittlung der Maxime. In diesem Rahmen kann eine gewisse Selbstregulierung und Selbstorganisierung der Systemkomponenten stattfinden.

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